Gitarrist · Komponist · Produzent
Andy Reimer ist ein Berliner Gitarrist, Komponist und Musikproduzent. Seit mehr als drei Jahrzehnten bewegt er sich zwischen Jazz, Funk, Soul, Rock und Pop – als Live- und Studiomusiker ebenso wie als Komponist für Film, Fernsehen, Werbung und Games.
Die Gitarre steht dabei von Anfang an im Mittelpunkt. Bereits als junger Musiker beschäftigte sich Reimer intensiv mit Improvisation, Harmonielehre und Musiktheorie. Mit Anfang 20 arbeitete er professionell als Gitarrist, zunächst vor allem in Jazz-, Funk- und Soulbands, später zunehmend als gefragter Studiomusiker.
Es folgten zahlreiche Sessions, Albumproduktionen und Live-Auftritte. Reimer spielte unter anderem für Jeanette Biedermann, Oli.P und Kristina Bach und vielen anderen Pop Produktionen. Bereits Mitte der 2000er-Jahre konnte er auf die Mitwirkung an mehreren Dutzend Albumproduktionen zurückblicken.
Ein prägender Teil seines musikalischen Weges ist die Zusammenarbeit mit Musikern aus der internationalen Funk-, Jazz- und World-Music-Szene.
Mit dem amerikanischen Schlagzeuger Kenny Martin, bekannt durch die legendäre New Yorker Funkband Defunkt, verbindet ihn eine langjährige musikalische Zusammenarbeit. Anfang der 1990er-Jahre gehörten beide zu den Gründern der Berliner Funkformation License To Thrill (LTT).
Mit dem sri-lankischen Musiker und Produzenten Ramesh Weeratunga arbeitete Reimer an mehreren Produktionen. Auf Electric Rama – Go Deeper ist er als Gitarrist zu hören; eine weitere Zusammenarbeit folgte bei Weeratungas Album The Visitor.
Zu seinen musikalischen Begegnungen zählt außerdem André Lewis, Keyboarder, Sänger und Multiinstrumentalist, der unter anderem mit Frank Zappa arbeitete. Weitere Projekte verbanden Reimer unter anderem mit Danny Bruder, John Vaughan und Thomas Reimer. Er gehörte zu den Mitbegründern von Undergroove und sammelte über viele Jahre umfangreiche Live- und Studioerfahrung mit unterschiedlichen Formationen, darunter Disco Inferno.
Eine besondere Zusammenarbeit entstand mit dem britischen Bassisten, Songwriter und Produzenten Martin Gordon, bekannt durch Sparks, Jet und Radio Stars.
Gordon entdeckte Reimer bei einem Auftritt in Berlin und engagierte ihn zunächst als Studiogitarristen. Daraus entwickelte sich eine intensive Zusammenarbeit für Gordons Soloarbeiten, insbesondere The Baboon in the Basementund The Joy of More Hogwash, deren Songs später auch Teil seiner Mammal Trilogy wurden.
Die internationale Musikpresse hob Reimers Gitarrenarbeit auf diesen Produktionen mehrfach ausdrücklich hervor. Kritiker beschrieben sein Spiel als kraftvoll, ideenreich und stilistisch außergewöhnlich vielseitig. Guitar & Bass lobte das „great guitar work from Andy Reimer“, während Pop Culture Press ihn als „real find“ bezeichnete. Besonders der Titelsong The Baboon in the Basement wurde als Showcase für Reimers Gitarrenspiel hervorgehoben – mit ungewöhnlichen Licks und Sounds zwischen Glam Rock, Power Pop und experimenteller Rockgitarre.
Diese stilistische Offenheit zieht sich durch Reimers gesamte Laufbahn.
Ende der 1990er-Jahre erweiterte Reimer seinen Schwerpunkt zunehmend um Komposition und Musikproduktion. Neben der Arbeit als Instrumentalist entstanden Musik und Produktionen für Fernsehen, Werbung und neue digitale Medien.
Er komponierte und produzierte unter anderem für Fernsehformate wie Star Search und schrieb Musik für unterschiedliche Werbeproduktionen.
Auch die damals noch junge Welt der Games und mobilen Medien wurde zu einem Arbeitsfeld. Zu seinen Projekten gehören Kompositionen für SpongeBob Jellyfish Farm sowie Die Wilden Kerle für Nintendo.
In den 2000er-Jahren gehörte Reimer zudem zu den erfolgreichen Musikproduzenten des entstehenden Mobile-Entertainment-Marktes. Seine Produktionen für Jamba und andere Anbieter erreichten ein Millionenpublikum.
Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Film- und Fernsehmusik. Gemeinsam mit dem Komponisten Maurus Ronner schrieb Andy Reimer die Musik für die 16-teilige ARD-Serie Heiter bis tödlich – Nordisch herb.
Seine Erfahrungen aus Studio, Bühne und Produktion gab Reimer auch als Gastdozent am MGI München an andere Gitarristen weiter.
Bei aller Arbeit als Komponist und Produzent ist die Gitarre der rote Faden geblieben.
Heute steht Andy Reimer wieder verstärkt als Gitarrist auf der Bühne. Im Mai 2026 war er Special Guest bei Journey to the Source – Plays Miles Davis! im Berliner Jazzclub A-Trane. Das ausverkaufte Konzert zum 100. Geburtstag von Miles Davis führte Musiker wie Fuasi Abdul-Khaliq, Rolf Zielke, Kenny Martin, Maximilian Hughes und Christian Grabandt zusammen.
Parallel ist Reimer wieder mit Kenny Martin & License To Thrill aktiv – jener Funkformation, deren Geschichte mehr als drei Jahrzehnte zuvor begann.
So schließt sich ein musikalischer Kreis: von den frühen Jazz-, Funk- und Soulbands über unzählige Studiosessions, internationale Musiker und Albumproduktionen bis zu Film-, Fernseh-, Werbe- und Game-Musik – und wieder zurück auf die Bühne.
Ein aktuelles Kapitel in Andy Reimers musikalischer Arbeit ist die Zusammenarbeit mit seinem Sohn, der unter dem Künstlernamen yahKo-Be eigene Musik veröffentlicht.
Gemeinsam schreiben und produzieren sie Songs und stehen auch zusammen auf der Bühne. Mit „Herzkammerflimmern“ und „BlauUndRaus“ sind bereits zwei gemeinsame Songs veröffentlicht worden.
Die Zusammenarbeit verbindet unterschiedliche musikalische Generationen und Einflüsse – und führt Reimers langjährige Erfahrung als Gitarrist, Komponist und Produzent in einen neuen, zeitgenössischen Kontext.
Im Zentrum steht dabei bis heute die Gitarre – und die Neugier auf Musik, die sich nicht auf ein Genre reduzieren lässt.
„Großartige Gitarrenarbeit von Andy Reimer.“
Gitarre & Bass
über Martin Gordon – The Baboon in the Basement
„Every song is high octane pop spiked with Reimer’s beefy guitar licks.“
Shindig – Richie Unterberger
über The Baboon in the Basement
„Guitarist Andy Reimer coaxes really stylish licks out of his instrument.“
Pressekritik zu The Baboon in the Basement
über Andy Reimers Gitarrenspiel
„Snarling feedback from the guitar of Andy Reimer kicks this one off.“
I-94 Bar – Clark F. Paull
über Hit Him On The Head (With A Hammer)
Die Rezension hebt darüber hinaus Reimers markanten Gitarrensound und die kraftvollen Akkorde des Albums hervor und zieht dabei klangliche Parallelen zu T. Rex und dem Glam Rock der 1970er-Jahre.